"Wir waren alle bloß Menschen, bevor die Rasse uns teilte, die Religion uns trennte, die Politik uns separierte, und das Geld uns klassifizierte." UnbekanntKurz vor Weihnachten erschütterte ein Attentat Deutschland. Es traf ausgerechnet einen Weihnachtsmarkt, ein Mann raste mit seinem Auto in die Menschenmenge, unzählige Verletzte, 6 Menschen wurden getötet, darunter ein Kind. Nur einen Monat später folgte das nöchste, in Aschaffenburg, ein Messerangriff auf einen Kindergruppe in einem Park. Ein Kind und ein zu Hilfe eilender Mann wurden getötet. Beide Täter keine Deutschen. Migration wurde zum Hauptwahlkampfthema der vorgezogenen Neuwahlen Ende Februar.Auf der anderen Seite des Ozeans wurde Ende Januar der neue Präsident Trump vereidigt. Bereits am darauffolgenden Tag der Beginn des Erlasses von den angekündigten, beispiellosen Dekreten, von Massenabschiebungen hin zu Massenentlassungen und im Kampf gegen Diversität. Breite Unterstützung findet Trump in rechten evangelikalen Kreisen. Bei seiner Vereidigung legt er seine rechte Hand nicht auf die Bibel. Ironie des Zufalls. Eine Bischöfin apelliert beim Gottesdienst zu seiner Amtseinführung mit beeindruckenden Worten. Ob sie Trump oder seine Unterstützer imponieren? Wohl kaum. Die Chefs der Tech-Giganten X, Meta, Google und Tiktok, oder Amazon, vereint bei der Amtseinführung Trumps. Geld regiert die Welt, sichtbar für alle. Die einen jubeln, die anderen sind entsetzt.Eine gespaltene Welt, nicht nur in den USA. Einen Tag nach der Wahl in Deutschland zeigte die Graphik der Wahlergebnisse eine Spaltung Deutschlands, die exakt die früheren Grenzen der DDR widerspiegelte. Die AfD, eine vom Verfassungsschutz als in Teilen rechtsextrem eingestufte Partei gewann in allen früheren ostdeutschen Ländern. Insgesamt wurde sie zur zweitstärksten Kraft in Deutschland. Auch hier, Jubel auf der einen Seite. Entsetzen auf der anderen. Ein Regierungsverantwortung wird es auf Bundesebene im Gegensatz zur Länderebene nicht geben. Noch nicht. Hunderttausende Menschen gingen vor der Wahl auf die Straßé, um gegen rechts zu demonstrieren. Die Geschichte Deutschlands wird neu berührt."Die Macht der einen braucht die Dummheit der anderen" Dietrich Bonhoeffer Bonhoeffer, ein Gesicht Deutschlands im Kampf gegen den Nationalsozialismus aktueller denn je. Seine Abhandlung "Von der Dummheit", verfasste er 1943, zwei Jahre vor seiner Hinrichtung. Sehr nüchtern, ohne irgendeinen Vorwurf analysiert er darin das Phänomen des Menschen, sich manipulieren zu lassen. Nun wäre es fatal und zynisch nun zu sagen, alle Menschen im ehemaligen Osten wären dumm. Mir scheint ein anderes Phänomen den Begriff Dummheit zu erweitern. Und das ist das transgenerationale Trauma, weiterführende Links unten. Ein großes und vielschichtiges Thema, das hier nur im Ansatz benannt werden kann. Es erklärt sehr viel mehr die Empfänglichkeit für Manipulation wie auch tiefsitzende Ängste, letztendlich vor einer Wiederholung traumatischer Erfahrungen. Die Tragik dabei,Trauma sucht von sich aus die Wiederholung, weil es gesehen werden möchte. Bis es erkannt wird, und heilt. Allerdings zu seiner Zeit.Dies findet sich auch in Bonhoeffers Schluss, dass es keinen Sinn macht, auf den "dummen" Menschen einreden zu wollen, es bedarf einer inneren Befreiung. Und diese ist nicht mit Druck oder Zwang zu erreichen. Dies ist hinlänglich aus der Traumaforschung bekannt. Traumata sind so lange verschlossen, bis die innere Bereitschaft der Psyche es erlaubt, diese aufzuarbeiten. Schauen wir…
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